|
|
|
Vor
dem Ende
Die ehemals freie
Weite der Landschaft ist durch die genormte Fläche verdrängt. Den Gesetzen
des rechten Winkels gehorchend schieben sich die Quader übereinander.
Kaum mehr zu unterscheidende Variationen des immer gleichen Themas herrschen
dort, wo die Formenvielfalt endlos war. Die leeren Fassaden teilen die
Welt neu ein; bilden eine kompakte Masse, die den Blick zurückwirft,
der hilflos suchend umherirrt, doch in der Gleichförmigkeit alles Produzierten
keinen Ruhepunkt mehr findet. In der Trostlosigkeit des Künstlichen
bleibt kein Stück zurück, das die kleine Flamme der Sehnsucht weiter
am Leben erhalten könnte. Eingerahmt von den scharfkantigen Blöcken,
hinter deren regelmäßig abzählbaren Öffnungen die Leblosigkeit wohnt,
ist noch ein Hauch von Erinnerung geblieben. Dort, wo die Hoffnung war,
liegen jetzt die verwitterten Reste, die das Gewesene nicht bewahren
konnten.
|

Vor dem Ende
Radierung 1980 39,
5 x 49,0 cm
|