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Die Mauer der Dunkelheit

Die beginnende Dämmerung verwischt die Konturen, läßt das Einzelne zu einem Teil einer Gesamtheit werden, die sich verfestigt und undurchdringlich wird.

In dem vagen Erkennen der Umrisse bleibt ein Teil der natürlichen Form erhalten. Nah und fern verschwimmen in der Aufhebung der Unterschiede.

Die verblassenden Konturen verdichten sich erneut in der zur Künstlichkeit erstarrten Dunkelheit, die in der Landschaft harte Grenzen zieht. Eine Bedrohung schiebt sich in die Natur, wird fest und beherrschend. Die Wärme des Gewesenen wird verdrängt durch die Stille des schon Gekommenen, das mit dem Hauch der Endgültigkeit alles verändert hat.

Der nach einem Ausweg suchende Sinn prallt ab an dem Hindernis, das sich dem Flug des Auges entgegenstellt, findet Öffnungen, durch die noch ein Schimmer der Hoffnung in sein Eingeschlossensein dringt.

Noch ist die Mauer offen, über sie hinweg ist ein Teil von dem Leben zu sehen, das innerhalb ihrer Umklammerung erlosch und starr geworden ist.

 

 



Die Mauer der Dunkelheit    Farbradierung  1980     39, 5 x 49,0 cm

 


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