Die Mauer der
Dunkelheit
Die beginnende Dämmerung verwischt die Konturen, läßt das Einzelne zu
einem Teil einer Gesamtheit werden, die sich verfestigt und undurchdringlich
wird.
In dem vagen Erkennen
der Umrisse bleibt ein Teil der natürlichen Form erhalten. Nah und fern
verschwimmen in der Aufhebung der Unterschiede.
Die verblassenden Konturen verdichten sich erneut in der zur Künstlichkeit
erstarrten Dunkelheit, die in der Landschaft harte Grenzen zieht. Eine
Bedrohung schiebt sich in die Natur, wird fest und beherrschend. Die
Wärme des Gewesenen wird verdrängt durch die Stille des schon Gekommenen,
das mit dem Hauch der Endgültigkeit alles verändert hat.
Der nach einem Ausweg suchende Sinn prallt ab an dem Hindernis, das
sich dem Flug des Auges entgegenstellt, findet Öffnungen, durch die
noch ein Schimmer der Hoffnung in sein Eingeschlossensein dringt.
Noch ist die Mauer offen, über sie hinweg ist ein Teil von dem Leben
zu sehen, das innerhalb ihrer Umklammerung erlosch und starr geworden
ist.