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Die Flucht des Horizonts

Die Auflösung der Natur wird am Horizont einsetzen: dort, wo die Eindrücke verschwimmen, sich die Klarheit mit der Imagination vermischt, wo die eine undeutlich und die andere zur Vision wird. An der Bruchlinie zwischen Endlich- und Unendlichkeit nimmt die Veränderung ihren Anfang. Dort, wo man sich des Geschehens nicht sicher sein kann, wo sich Hoffnungen und Befürchtungen erst noch zum Tatsächlichen vereinigen müssen, bewegt sich etwas von uns weg. Fast heimlich entgleitet ein Stück, dann ein weiteres. Doch so wenig, daß es in der Masse des Vorhandenen, die vor dem Verwischen der Sehkraft liegt, zuerst gar nicht auffällt.

Gleichzeitig kommt der Abbruch näher, unmerklich, doch wahrnehmbar schreitet er vor, verschwinden Teile, die vertraut sind. Fragmente, die eben noch untrennbar dem Ganzen verbunden waren, fliehen jetzt, uneinholbar, unwiederbringlich.

Aus der Harmonie des Natürlichen streben die Fetzen der Landschaft in einem Rettungsversuch weg zu einem Punkt, der jenseits liegt.

 

 



Die Flucht des Horizonts     Farbradierung  1980     39, 5 x 49,0 cm

 


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